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Bertsdorfer SV

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Der Sport in Bertsdorf

Den Ursprung des Bertsdorfer Sportvereins kann man mit dem 1. Dezember 1882 beziffern. An diesem Tage gründeten fünf Männer im Gasthof "Strauß" den Bertsdorfer Turnverein. Der erste Vorsitzende des Vereins war Robert Pfeiffer und Turnwart wurde Karl Weber. Geturnt wurde bis 1888 im "Strauß", dann zog man in den Hirsch um.

Am 19. Juli 1900 wurde der Radfahrverein "Wanderlust", wieder im "Strauß" von 11 Einwohnern gegründet. Die Blütezeit des Vereins lag in den zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre. Die höchste Mitgliederzahl erreichte der Verein mit 162 Mitgliedern. In der Zeit von 1922 bis 1945 war Reinhold Ringehahn Vorsitzender des Vereins.

Am 1. April 1905 gründeten acht Bertsdorfer im "Strauß" den Arbeiterradfahrverein "Vorwärts". Der Verein entwickelte sich stetig und hatte 1930 178 Mitglieder. Im Jahre 1931 kam es innerhalb des Vereins zu Auseinandersetzungen, weil der damalige Vorsitzende Kurt Neumann einen Beschluß nicht befolgte. Kurt Neumann wurde abgesetzt, und es wurde beschlossen, der Kampfgemeinschaft für rote Sportheit "Fichte" beizutreten. Damit hörte der Arbeiterradfahrverein "Vorwärts" auf zu bestehen.

Im Jahr 1913 wurde im Dorfe der Arbeiterturnverein, die "Freie Turnerschaft", gegründet. Ihr erster Vorsitzender war Max Wehle. Vereinslokal wurde, wie konnte es anders sein, der "Strauß". Der Verein besaß keinen Turnplatz und hielt deshalb 1920/21 seine Übungsstunden auf dem Schulplatz ab. 1930 schlossen sich die meisten Arbeiterturner den rote Fichte Sportlern an. Wilhelm Tempel war der letzte Vorsitzende, ehe der Verein 1933 aufgelöst wurde.

Nach Kriegsende, die Sportvereine bestanden nicht mehr, entwickelte sich der Sport nur zögernd. Über die 1946 gegründete FDJ fand sich die Jugend zur sportlichen Betätigung auf der Turnerwiese oder, wie auch schon vor dem Krieg, im Gasthof Strauß zusammen. Vom Herbst 1946 bis Sommer 1947 beteiligte sich eine Jugendfußballmannschaft am Punktspielbetrieb. Ihre Heimspiele bestritt die Mannschaft damals in Hörnitz, weil die Turnerwiese in Bertsdorf teilweise mit Kartoffeln bestellt war.

Die Sportgemeinschaft (SG) Bertsdorf wurde am 20. August 1948 gegründet. Vorsitzender wurde Heinz Mann. Anfangs bestand die SG Bertsdorf aus den Sektionen Turnen, Radsport und Fußball. Im Jahr 1950 kam die Sektion Skilauf dazu. 1951 zählte die SG 53 Mitglieder. Die Fußballer spielten auf der Bertsdorfer Turnerwiese und die Jugendmannschaft erreichte 1949/50 den ersten Platz im Kreis. Da die finanziellen Mittel der SG sehr beschränkt waren, traten die Jungen 1951 zu Motor Zittau über.

Die Turner und Radsportler hatten ihr Zuhause im Strauß. Die Radsportler bestimmten das Leistungsniveau in der DDR mit. So wurde u. a. die Sechser- Kunstreigenmannschaft der A- Jugend (Siegfried Kudraß, Manfred Seidel, Wolfhart Lange, Rudi Altmann, Siegfried Fischer, Günter Hartig, ab 1951 Christian Kunze) von 1949 bis 1951 unter dem Übungsleiter Ewald Schramm mehrmaliger DDR- Meister.

Träger des Sportes wurden in jener Zeit die volkseigenen Betriebe, Betriebssportgemeinschaften (BSG) entstanden. In Bertsdorf gab es keine Volkseigenen Betriebe, folglich auch keine BSG. Die SG Bertsdorf war auf die Unterstützung der Gemeinde angewiesen. Diese war jedoch, besonders für den finanziell sehr aufwendigen Radsport, zu gering. Daher schlossen sich am 25. Juni 1954 die Sektionen Radsport und Turnen der BSG Fortschritt Olbersdorf (später Fortschritt Zittau) an, in der sie als eigenständige Sektionen weiter bestanden.